Der Nexus Switch Intersight Device Connector (NXDC) ist die eingebettete Komponente im Cisco NX-OS-Image, über die ein Nexus-Switch eine sichere Verbindung zum Cisco-Intersight-Portal aufbaut. Seit Cisco NX-OS Release 10.2(3)F ist diese Funktion als „Device Connector on NX-OS” verfügbar und erlaubt es, Inventar-, Health- und Telemetriedaten an Intersight zu senden sowie Steuerbefehle von dort zu empfangen – alles über eine verschlüsselte Internetverbindung.
Dieser Beitrag zeigt, wie NXDC konfiguriert, überprüft und ein Switch anschließend in Intersight geclaimt wird. Grundlage ist das offizielle Cisco-Dokument Nexus Switch Intersight Device Connector aus dem NX-OS Fundamentals Configuration Guide.
Was NXDC leistet
NXDC ist auf allen Cisco-Nexus-Switches standardmäßig aktiviert und startet automatisch beim Booten – der Switch versucht dann eigenständig, eine Verbindung zum Cloud-Dienst aufzubauen. Sobald die sichere Verbindung steht und der Device Connector bei Intersight registriert ist, sammelt er detailliertes Inventar sowie Health-Status und überträgt Telemetriedaten; das Inventar wird einmal täglich aktualisiert.
Zwei weitere Funktionen sind erwähnenswert:
- AutoUpdate: NXDC aktualisiert sich bei bestehender Intersight-Verbindung automatisch auf die neueste Version.
- Connected TAC: Ermöglicht es, Tech-Support-Daten direkt von geclaimten Geräten zu sammeln.
Der Zweck der Integration ist es, Standalone-Nexus-Switches eine schnelle, cloud-basierte Möglichkeit zu geben, Basisdaten zu sammeln, diese sicher zu verwalten und zukünftige Erweiterungen wie Upgrades einfach nachzuziehen.
Voraussetzungen
Damit NXDC überhaupt eine Verbindung aufbauen kann, gelten zwei zentrale Voraussetzungen:
- DNS muss konfiguriert sein.
- Der Switch muss
svc.intersight.comauflösen können und ausgehende, vom Switch initiierte HTTPS-Verbindungen auf Port 443 zulassen.
Ist in der Umgebung ein Proxy für die HTTPS-Verbindung zu svc.intersight.com erforderlich, lässt sich dieser direkt in der NXDC-Konfiguration hinterlegen.
NXDC konfigurieren
Da Intersight standardmäßig aktiv ist, sind für den Basisbetrieb meist keine weiteren Schritte nötig. Interessant wird es, wenn der Switch nicht direkt ins Internet kommt oder eine spezifische VRF/Schnittstelle verwendet werden soll. Folgende optionale Parameter stehen zur Verfügung:
switch# configure terminal
switch(config)#
1. Proxy konfigurieren (optional)
switch(config)# intersight proxy proxy.esl.cisco.com port 8080
proxy-name: IPv4-/IPv6-Adresse oder DNS-Name des Proxy-Serversproxy-port: Portnummer (1–65535), Standard ist 8080
Ist bereits ein Proxy über die Smart-License-Konfiguration hinterlegt, übernimmt NXDC diese Einstellung automatisch.
2. VRF anpassen (optional)
switch(config)# intersight use-vrf blue
Standardmäßig läuft Intersight im Management-VRF/-Namespace. Erfolgt die Konnektivität über ein anderes VRF, muss dies hier angepasst werden.
3. Trustpoint/Zertifikat konfigurieren (optional)
switch(config)# intersight trustpoint test test
Legt das Zertifikat für die Intersight-Verbindung über ein Crypto-CA-Trustpoint-Label fest. Details zur Trustpoint-Konfiguration finden sich im NX-OS Security Configuration Guide.
4. Source-Interface festlegen (optional)
switch(config)# intersight source-interface mgmt 0
Bestimmt, über welches Interface die Kommunikation zu Intersight läuft.
5. Intersight/NXDC deaktivieren (optional)
switch(config)# no feature intersight
Deaktiviert den Intersight-Prozess vollständig und entfernt sämtliche NXDC-Konfiguration sowie gespeicherte Logs.
Status und Konfiguration überprüfen
Zur Kontrolle stehen zwei zentrale Bash-Kommandos zur Verfügung:
| Befehl | Zweck |
|---|---|
show system device-connector claim-info | Zeigt Seriennummer, Claim-Token und Claim-Status |
show system device-connector log [dc|dcgrpc|cnmi|nae|sim|compliance] | Zeigt Log-Meldungen des Device Connectors |
Beispiel – Switch ist noch nicht geclaimt:
switch# show system device-connector claim-info
SerialNumber: FDO23021ZUJ
SecurityToken: 9FFD4FA94DCD
Duration: 599
Message:
Claim state: Not Claimed
Das SecurityToken (der Claim-Code) wird nur angezeigt, solange die Verbindung zu Intersight steht und das Gerät noch nicht geclaimt wurde. Die angegebene Duration (in Sekunden) gibt an, wie lange dieses Token gültig ist.
Beispiel – Switch ist bereits geclaimt:
switch# show system device-connector claim-info
SerialNumber: ABCD12345E6
SecurityToken:
Duration: 0
Message: Cannot fetch claim code for already claimed device
Claim state: Claimed
Claim time: 2024-02-18T12:00:01.77Z
Claimed by: user@cisco.com
Account: dc-customer
Site name:
Site ID:
Sobald ein Gerät geclaimt ist, wird kein Token mehr ausgegeben – stattdessen erscheinen Claim-Zeitpunkt, der claimende Benutzer sowie der zugehörige Intersight-Account.
Switch in Intersight claimen
Um die Funktionen von Intersight tatsächlich nutzen zu können, muss der Switch über die Intersight-Weboberfläche geclaimt werden. Dafür gibt es zwei Wege:
- Claim über die Intersight-UI: Der Switch wird manuell im Intersight-Portal über den dort vorgesehenen „Target Claim”-Prozess hinzugefügt. Benötigt werden dafür die Seriennummer und der Claim-Code (Security Token), die per
show system device-connector claim-infoauf dem Switch ausgelesen werden. - Claim mehrerer Switches per Ansible: Für die automatisierte Registrierung vieler Nexus-Switches gleichzeitig steht ein entsprechendes Ansible-Playbook zur Verfügung.
Kurzer Ablauf für den manuellen Claim:
- Auf dem Switch den Claim-Code auslesen:
show system device-connector claim-info - Im Intersight-Portal unter „Targets” → „Claim a New Target” den Gerätetyp „Nexus Switch” auswählen
- Seriennummer und Security Token eintragen und den Claim-Vorgang bestätigen
- Nach erfolgreichem Claim erneut
show system device-connector claim-infoauf dem Switch ausführen, um den Status „Claimed” sowie den claimenden Account zu bestätigen
Da das Security Token nur für die in Duration angegebene Zeit gültig ist, sollte der Claim-Vorgang zügig nach dem Auslesen des Tokens durchgeführt werden. Läuft die Zeit ab, muss der Befehl erneut ausgeführt werden, um einen neuen Code zu erhalten.
Zusatz: NX-API aktivieren
Neben NXDC bietet der Nexus-Switch mit NX-API eine zweite, unabhängige Programmierschnittstelle. Während NXDC die Cloud-Anbindung an Intersight für Inventar, Health-Monitoring und Fernsteuerung übernimmt, dient NX-API dazu, CLI-Befehle lokal per HTTP/HTTPS abzusetzen (z. B. für eigene Skripte oder Automatisierungstools). Beide Funktionen lassen sich unabhängig voneinander nutzen.
NX-API wird wie folgt aktiviert:
configure terminal
feature nxapi
! Für HTTP-Zugang (optional, Standardport 80):
nxapi http port 80
! Für HTTPS-Zugang (empfohlen, Standardport 443):
nxapi https port 443
end
write memory
Zur Kontrolle des Status dient show nxapi, das Port- und Zertifikatsinformationen anzeigt. Weitere Details zur Konfiguration, den Verwaltungsbefehlen und dem Troubleshooting bei NX-API-Verbindungsproblemen finden sich im separaten Beitrag zu NX-API.
Fazit
NXDC läuft im Hintergrund weitgehend automatisch und benötigt außer funktionierendem DNS und ausgehendem HTTPS-Zugriff auf Port 443 keine zwingende Konfiguration. Proxy, VRF, Trustpoint oder Source-Interface lassen sich bei Bedarf gezielt anpassen. Der eigentliche Mehrwert entsteht erst durch das Claiming des Switches in Intersight – erst dann stehen Inventar-Übersicht, Health-Monitoring und Connected-TAC-Funktionen zur Verfügung. NX-API ergänzt dies als separate, lokale API für direkte CLI-Automatisierung.
Referenzen
Nexus Switch Intersight Device Connector – Cisco NX-OS Fundamentals Configuration Guide